Wir freuen uns bereits auf Niederau 2020 - vom 3.–12. Januar 2020

... der folgende Bericht erklärt warum


Niederau 2019 – gelungener Führungswechsel, viel Schnee, toller Teamgeist

Wer hätte das gedacht. Vor ziemlich genau elf Monaten gab es nach rund 20 Jahren einen einschneidenden Wechsel in der Nieder-Leitung, mit dem sich auch zahlreiche andere Persönlichkeiten, die diese traditionsreiche Lessing-Skifreizeit über Jahre mit Herzblut und Leben erfüllt hatten, verabschiedeten. Ein neues Führungsteam bildete sich, und ein komplett neues Betreuerteam musste aufgebaut werden.

Zahllose Gespräche mit alten und neuen Verantwortlichen wurden geführt, auch in diesem Jahr neue Pensionswirte gesucht, gefunden und überzeugt, dass skifahrende Frankfurter Jugendliche reizende Gäste sein würden. Immerhin blieb das Gros der Skilehrer an Bord, die allermeisten ihrerseits zuvor Lessing-Schüler und zum Teil schon jahrelang „unsere“ Skilehrer in der Wildschönau. Dafür kann die neue Leitung gar nicht genug Dank sagen, denn – auch Niederau 2019 war, nach allem, was wir wissen, ein großer Erfolg.

Aber der Reihe nach: Für die Anmeldungen im Oktober 2018 gab es zum ersten Mal ein fabelhaftes online-tool, das viel Papierwirtschaft abnahm und die detaillierten Rückmeldungen sehr vereinfachte. 231 Schüler und Schülerinnen bekundeten das Interesse, auch im Januar 2019 (wieder) in die Wildschönau reisen zu wollen. Das war mehr, als man erhofft oder erwartet hatte: Weitere Unterkünfte wurden angefragt, weitere Betreuer bedrängt und gewonnen. Der Leiter unserer geballten Skilehrer-Kompetenz telefonierte sich auf der Suche nach zusätzlichen Skilehrer/innen die Ohren heiß – endlich konnte allen Kindern ein Platz angeboten werden.

Bis es schließlich losgehen konnte wechselten dann zwar noch mehrfach die Angaben der Centralbahn AG zur zeitlichen und räumlichen Verfügbarkeit des unverzichtbaren Lessing-Express’, sprangen sechs Schüler wieder ab, mussten – wie immer – Zimmerwünsche kombiniert sowie Unterkünfte mehrfach umdisponiert werden. Doch am 3. Januar 2019 ging es tatsächlich los, mit jetzt noch 225 Schüler/innen, 14,5 Betreuern (ein Nachwuchs-Mann konnte nur die ersten Tage eingreifen) und 16,5 Skilehrern (dito), die zum Teil  vor Ort bereits den Schnee testeten und dem Mietauto Ketten anlegten.

Denn das war sicher eines der herausragenden Themen unserer diesjährigen Fahrt: Der leise bis dichte Dauerschnee bis zum vorletzten Tag, der die Wildschönau in ein Winter-Wonderland wie bei Disney und die Pisten in pudrige Tiefschneehänge verwandelte. Erst durch aufgeregte Nachrichten aus Deutschland wurde uns vor Ort klar, dass das auch andere Seiten haben kann. Denn der Reisegruppe Lessing ging es bestens: nicht eingeschneit, auf den (43 von 46) freigegebenen Pisten nicht lawinengefährdet, in unserem täglichen Tun und Lassen nicht eingeschränkt.

Doch zuerst die Anreise: traditionell im Zug bis Kufstein, mit Gepäckkette am Bahnhof bis zum Packwagen, laut singenden Kindern in fünf Bussen hoch nach Niederau, Ankunft, Bezug der Häuser, Skiausleihe und Skipassvergabe sowie eindringlichen Ansagen an Schülerinnen und Schüler in Sachen Pünktlichkeit, Ordnung und Verhalten im Ort. In vielem machte das neue Team alles wie gehabt, in manchem anders. De facto standen alle mitreisenden Kinder am 4. Januar auf Ski am Markbachjoch, fuhren vor, wurden eingeteilt, lernten ihre Skigruppen kennen und nahmen das sonstige Leben im Dorf auf.

Das ein oder andere Zimmer musste noch Matratzen umlegen, die ein oder andere Heimwehträne getrocknet, hier und da ein Bauchweh-Tee gekocht werden. Das blieb auch die folgenden Tage noch so – nicht allen Kindern konnte alles recht gemacht werden, Ski und Schuhe wurden vertauscht, Skipässe vergessen. Doch im Grundsatz lief vom 5. Januar an alles weitgehend reibungslos: Jeden Tag fuhren die vier eigenen Skibusse, in zwei Schichten voll belegt, mit hochmotivierten Schüler/innen und Skilehrer/innen an den Schatzberg.

Neu war, dass jeden Tag mindestens zwei skifahrende Betreuer am Schatzberg eingeteilt waren. Die durften Ski-fahren, mussten aber abrufbereit sein, um sich ad hoc um leichtverletzte oder durchgefrorene Schüler/innen auf den Hütten zu kümmern und sie ggf. nach unten zu begleiten, wo sie dann von den „Tal-Diensten“ übernommen wurden. So konnten die Skigruppen selbst zügig weiter fahren und die betroffenen Kinder mussten nicht lang irgendwo auf ihre Betreuer warten.

In Sachen Verletzungen hatten wir zudem relatives Glück, es galt zwei Knie- und eine Knöchelverletzung zu beklagen, von denen wir leider auch zwei heim schicken mussten, weil sie nicht weiter fahren konnten, ebenso zwei Heimweh-Kinder. In jedem einzelnen Fall fiel dem Leitungsteam die Entscheidung schwer, aber die umfangreichen Aufgaben im Tal wie am Berg ließen leider keine andere Wahl.

Am letzten Tag stand das traditionelle finale Skirennen an: Selbst zuvor noch leicht angeschlagene Kinder standen wieder auf den Beinen und die Sonne strahlte. Wieder die großartige Unterstützung der einheimischen Skilehrer, Lunchpakete an der Piste, beinahe reibungslose Rückgabe der Skiausrüstung und – die große Abschlussparty in den Dorfstubn. Wie immer kürten wir die besten Rennläufer namentlich und begleiteten die verschiedenen  Altersgruppen im Laufe des Abends fröhlich in ihre Unterkünfte zurück. Und wie immer rann hier und da die erste Träne, weil Niederau 2019 zu Ende ging.


Trotz kurzfristig noch erheblicher Aufregung wegen der Schneemassen zwischen Kufstein und Rosenheim fuhren wir am 12.1.2019 wie geplant in unseren Bussen nach Kufstein. Verluden Gepäck und Kinder vollzählig in den Lessing-Express und erreichten nach vielen ausgelassenen Liedern im Partywagen („time to say good-bye“) den Frankfurter Südbahnhof (der ungeplant und ungeeignet war, aber das ist ein Thema für das nächste Jahr...).

Nicht erst am letzten Tag, sondern schon früher zeigte sich 2019 ein harmonischer, gut funktionierender Staff, weitestgehend fröhliche, leichtgängige Kinder und vor allem ein großartiger Teamgeist. Teamgeist zwischen großen und kleineren Schülern, älteren und jungen Betreuern, die sich untereinander und mit den Skilehrern beinahe nahtlos einig waren – es war bemerkenswert.

Niederau ist in den Augen aller Beteiligten immer schon vor allem ein Gemeinschaftserlebnis gewesen. Altersübergreifend, Lessingidentitäts-stiftend und -pflegend. Schüler/innen wie Verantwortliche übernehmen Aufgaben, helfen einander, kümmern sich und fahren zusammen Ski. Für das Jahr 2019 können wir dankbar sagen: Alle, auch die Schüler und Schülerinnen, sind ihren Aufgaben gerecht geworden, alle haben an einem Strang gezogen und – alle scheinen Spaß gehabt zu haben.

Das neue Führungsteam möchte deshalb allen Beteiligten, Verantwortlichen, Helfern, Schülern und Schülerinnen von Herzen Dank sagen.
Daher, wie anfangs erwähnt: Wir freuen uns auf Niederau 2020!

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